archiv Kunstreisen ab 2021


Hildesheim & Schloss Derneburg | 11.11,2022


1. Contemporary Art in a historic setting – Ankunft im Schloss

Unsere entspannte Busreise startet am frühen Morgen. Begleitet werden 40 Kunstbegeisterte von Ingrid Klöpper, Winfried Reiner (hier leider nicht im Bild) und Bärbel Klara van Weert.

Wir fahren nach Derneburg, Ortsteil der Gemeinde Holle; das Schloss Derneburg erwartet uns, wir sind gespannt! In zwei Gruppen erleben wir im Wechsel zunächst eine historische Führung und dann eine abwechslungsreiche Rundtour zu vielfältigen Objekten zeitgenössischer Kunst.

2. Großes Parkgelände rund um das Schloss Derneburg – traumhaft schöner Rundwanderweg!

Die Geschichte des Schlosses wird im Rahmen einer umfassenden Führung auf dem Parkgelände eindrucksvoll von unserem Guide, Frau Winter dargeboten, ebenfalls Informationen unter https://www.derneburg.de/schloss-1/geschichte

Der Laves Kulturpfad, ernannt nach dem hannoverschen Baudirektor Laves, führt vorbei an zahlreichen und pittoresken Sehenswürdigkeiten.

zu 1.

zu 2.


3. Im Gebäude des Schlosses

Der Tee Salon bildet den Mittelpunkt. Hier gibt es einen Büchertisch, Informationsmaterialien, eine Teezelebration mit Nachmittagstee und englischem Gebäck, Bilder und Ausblicke auf die wunderbare Landschaft vom Balkon des Schlosses aus.

Weitere Kunstwerke im Inneren des Schlosses

  • CHRISTINE AY TJOE, indonesische Künstlerin
  • ONGOING von Antony Gormley
  • Anselm Kiefer und einen Querschnitt seiner Werke über die Jahrzehnte
  • sowie weitere Künstler

Leider versäumen wir es ein Gruppenbild vor dem Schloss Derneburg zu machen, bevor wir nach Hildesheim starteten!

Baselitz bewohnte einst dieses historische Schloss, es gehörte auch ihm.

Die Investoren und Kunstsammler Andy und Christine Hall aus den USA, die Baselitz kennen lernten und immer wieder besuchten, kauften seine Sammlung und irgendwann auch das Schloss. Heute ist daraus eine Stiftung geworden „Hall Art Foundation“.  Die zeitgenössischen Ausstellungen im Nord- und Westflügel des Schlosses wechseln und zeigen großartige zeitgenössische Werke renommierter KünstlerInnen.

 

So konnten wir draußen und drinnen so einige großartige Kunstwerke entdecken:

  • ALL ABOUT YOU – eine Spiegelinstallation von dem dänischen Künstler Jeppe Hein
  • ISIOTA – Julian Schnabel und seine Werke im neu errichteten Atelier von Baselitz

5. Stadtführung Hildesheim

Am historischen Marktplatz Hildesheim starten unsere Führungen, um das Weltkulturerbe kennen zu lernen.

Historisches Fachwerk und gepflegtes Fachwerk konnten wir bewundern, so auch das Eickesche Haus, in dem heute die Touristikzentrale untergebracht ist.

Die prächtigen Baustile sind zu erkennen, gleichwohl lediglich die Fassaden restauriert wurden.

 Vorbei an der St.Andreas Kirche mit ihrem besonderem Kirchturm folgten wir unseren Guides bis zum Mariendom, UNESCO Weltkulturerbe.

Ein Windbeutel im Antik Cafè – im Herzen von Hildesheim – ein abschließender Genuss dieser Kunstfahrt.

Der Mariendom im gotisch-romanischen Baustil ist großartig und die Kathedrale des römisch-katholischen Bistums Hildesheim in Hildesheim.

Eines der bedeutendsten Bauwerke der Vorromanik in Niedersachsen!

Die Kunstwerke im Innern, in der Krypta sowie im Kreuzgang und meditativen Garten sind einzigartig wertvoll wie die „Bernwardtür“, der Thietmarleuchter“ im Chor, das „Bronze-Taufbecken“ , die „Christussäule“ ebenso der Rückriem-Altar“.

Der Tausendjährige Rosenstock und seine Legende reicht bis in die Gründungsgeschichte des Bistums Hildesheim zurück. Er wird allseits und von uns allen mehr als bewundert!


Text und Fotos von Bärbel Klara van Weert-Frerick

Zahlreiche Fotos wurden auch von den Teilnehmern zur Verfügung gestellt.

eingestellt: H.Schulz


dokumenta 15 | Kassel 30.6. + 01.07.22


Die Frage nach einer zweistündigen Führung durch das „Hübner-Areal“: Wie hat Ihnen die Ausstellung gefallen – bitte ein Wort! Die Antworten fast durchgängig: beeindruckend, überraschend, vielseitig, interessant.

Die Reisegruppe des Kunstvereins Achim, 31 aufgeschlossene, neugierige Kunstinteressierte, tauchten an zwei Tagen in Kassel in die Kunstwelt der diesjährigen documenta 15 ein.

Nach einem kurzen Besuch des Bergparks Wilhelmshöhe am Anfang der Fahrt, der schöne Blick auf Kassel von der Wilhelmshöhe herab, zu Füßen des Giganten Herkules.

 

Danach folgte die erste interessante Führung durch einen Ausstellungsteil in der „Grimme-Welt“, des Grimme-Museums.

Wir erfuhren etwas über die Entstehung der documenta 15, über die Struktur der Organisation, die Gremien der Vorauswahl der Findungskommission und über die Finanzen. Das Besondere dieser documenta ist das Prinzip der Teamarbeit, der Gleichberechtigung, des Teilens („Lumbung“).

Wie in einem Netz aus Kontakten wurden die Akteure der Künstlerteams berufen.

An der Spitze das 10-12-köpfige Leitungsteam Ruangrupa aus Indonesien, das pro Person jeweils ein Künstlerteam auswählte, das ihrerseits weitere Künstlergruppen auswählte bis 150 Gruppen und 1500 Künstler zusammen waren. An eine etwaige Kontrolle inhaltlicher Art ist daher nicht zu denken und würde gegen die Kunstfreiheit sprechen.

Zu einigen Beispielen der Kunstwerke:

Sehr beeindruckend waren einzelne Videos, die auf große Wände projiziert sind. In einem Zeichentrickvideo verfolgten wir Vogelmenschen mit langen Schwanenhälsen, die durch seltsame Landschaften wanderten und sich eigenartig verhielten. Stoff zum Deuten und Diskutieren. Die Künstlerin ist eine kanadische Jüdin, Alice Yard, die für die Lage der Palästinenser eintritt.

In einem anderen Video beobachteten wir maskentragende Menschenschlangen auf dem Weg Lebensmittel zu besorgen, dies im Lockdown verbotenerweise. Der starke visuelle Effekt entsteht durch die mehrschichtige Projektion übereinander, ein verwaschener Blick auf eine sehr bewegte Straße, somit eine geheimnisvolle Szene. Die Künstlerin Kiri Dalena gehört der Künstlergruppe aus Kambodscha, Myanmar, Vietnam, Philippinen an. Die Gruppen kommen aus Polizeistaaten, in denen diese Kunst nicht gezeigt werden könnte.

Eine andere Künstlergruppe aus Mali und Niger präsentierte einen Tanz in Trommelbegleitung, der Männergewalt und Sexismus ausdrückte. Man ist befremdet und berührt, was sicher beabsichtigt war.

Daneben fanden sich Arbeiten aus Lehm und Ton, die Bestandteile ihres Heimatlebens sichtbar machen. Aus Niger waren viele, verschiedenartige Puppen für Marionettentheater zu bewundern, die eine große Wand ausfüllen. Die Puppen sind schön und faszinierend.

Darüber hinaus werden aus alten, traditionellen Handwerken sehr ästhetische Kunstwerke gezeigt, die als Wandbehänge und Bilder gefertigt sind.

 

Da sich die Reisegruppe bei den Führungen aufteilen musste, wurden verschiedene Orte aufgesucht, so dass nicht alle Teilnehmer* alles gleichermaßen sahen und hörten. Dennoch blieb für die Ausstellungsorte wie z.B. Fridericianum, documenta Halle, Ottoneum, Grimmewelt, Hübner-Areal und das thailändische Küchen-Garten-Haus Zeit diese individuell zu besuchen.

Im Gesamteindruck lässt sich sagen, dass es thematisch um Armut, Essen und Trinken im existenziellen Sinne, um Geschlechterbeziehungen, Gewalt, Diskriminierung und Ausgrenzung von Minderheiten, Flüchtlingen und anderen Gruppen ging. Die Darstellungen waren nach unseren Qualitätskriterien sehr verschieden, manches beeindruckend, manches eher oberflächlich daherkommend. Auch stellte stellte sich die Frage: Und wo ist hier die Kunst? Jede documenta ist eine Entdeckungsreise, diese auch.

Weil die Thematik dieser documenta etwas einseitig ist, „konzipierten“ wir gedanklich auf der Rückfahrt eine dokumenta15 – 2.0. Dort sollten Beispiele für Lösungen, Ideen, Projekte, realisierte Alternativen zur beklagenswerten Lebensweise präsentiert werden. Uns fielen etliche gute Beispiele dazu ein.

Diese dokumenta15 wird wahrscheinlich einen Teil früherer Besucher abhalten zu kommen. Der Kunstmarkt im herkömmlichen Sinne wird nicht bedient werden, d. h. Künstler* für Galerien zu finden und zu gewinnen, daraus Vermögenswerte zu schaffen und zu sammeln, ist hier kein Thema. Diesmal schaut die Kunstwelt in die armen Länder der Erde. Im Jahre 2022 sehr passend.

 

Johanna Bargsten |  Juli 2022

 


Oldenburg | 03. März 2022


Im Vorfrühling und nach langer Zeit starten wir im vertrauten Reiseteam im KVA mit der Deutschen Bahn nach Oldenburg. Bärbel und Ingrid aus dem Kunstverein Achim begleiten diese Tagesfahrt zur Kunst in die weltoffene Stadt.

 

Das erste Museum ist das Edith-Russ-Haus, das wir neugierig betreten.

Im Rahmen einer einstündigen Führung werden wir mit der zeitgenössischen Kunstpraxis, mit Videoinstallationen und Medienkunst konfrontiert.

Wir sind irritiert bis erfreut über die drei Videoarbeiten zweier Künstlerinnen im Empfangsraum des Museums, die sich sehr vorausschauend mit dem Verhältnis Mensch zu Tier und der Pandemie beschäftigt haben.

Die höchst aktuelle Ausstellung „Mirror Touch“ von der Künstlerin Clara Jo berührt all unsere Sinne und führt uns u.a. in Videoinstallationen vor Augen, wie KünstlerInnen Krankheitsbilder psychisch erkrankter Menschen ausdrücken können, wenn Patienten psychotische oder schizophrene Episoden erleben, auch gedacht als Therapieversuch für die Betroffenen.

Danach begleiten uns zwei unterhaltsame und agile Stadtführer zu einer Street Art Tour auf dem Heiligengeist-, später Theaterwall, vorbei am Cäcilienplatz, weiter auf dem Schlosswall hin zum Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte. Wunderbare Naturräume entlang der Hunte laden uns ein, ebenso Graffitis und ihre Geschichte dazu, nette Anekdoten und außergewöhnliche Fachwerkhäuser in kleinen Gassen der Innenstadt von Oldenburg. Detail verzierte Fassaden und Baustile um 1900 schmücken hier viele Häuser.

Nach einer Lunchpause im Café Leutbecher erblicken wir gleich gegenüber das Oldenburger Schloss, Sitz des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg und Wahrzeichen der Stadt Oldenburg.

Im Nachbargebäude, dem Augusteum starten wir mit einem Gruppenbild: Hier erwartet uns die Kunstsammlung der Moderne und Gegenwart aus dem 20. und 21. Jahrhundert.

Ein Querschnitt durch die Sammlung Birgit und Stephan Hupertz ermöglicht neue Blickwinkel auf das Ungegenständliche „Konstruktiv, Konkret, Minimal“. Diese Privatsammlung des Ehepaars Hupertz aus Hamburg, die seit den 60er Jahren Werke namhafte Künstlerinnen und Künstler gesammelt haben, ist für uns mehr als beeindruckend und gefällt uns so sehr, dass wir uns nach der Führung diesen modernen abstrakten, farbig leuchtenden und ästhetischen Bildern, Skulpturen und Objekten individuell widmen.

Danach entscheidet jeder von uns, wie er diesen sonnigen Oldenburger Museumstag weiterhin ausfüllt. Das attraktive Ausstellungsprogramm im Schloss zu den World Press Photos oder das Prinzenpalais – gleich gegenüber dem Augusteum – laden ein!

Und wer einen Einblick in ein noch weiteres Museum haben möchte, begibt sich zu Fuß, vorbei am Hafen ins Horst Janssen Museum. Herr Meyer überrascht uns mit einer besonderen Führung durch die aktuelle Sammlung des Meisters, die er sehr tiefgründig gestaltet und darüber hinaus einigen von uns auch Zugänge zu Nanne Meyer ermöglicht, eine Künstlerin, die sich mit dem Medium Zeichnung, u.a. rund um das Universum beschäftigt. Wir sind begeistert.

Sobald sind wir alle am Oldenburger Bahnhof angekommen und es geht heimwärts gen Achim am Abend.

 

Text: Bärbel van Weert-Frerick, März 2022


Wuppertal und Hagen | 19 - 20. November 2021


Wieder einmal sind wir in unserem komfortablen Bus zur Kunst unterwegs und sowohl in Hagen als auch in Wuppertal erwartet uns eine Vielzahl von spannenden Eindrücken.

 

HAGEN

Die Kunstangebote in Hagen starten am ersten Tag mit einem Besuch im „Hohenhof“, einer Jugendstil-Villa, dem ehemaligen Wohnhaus des Folkwang-Museumsgründers Karl-Ernst Osthaus.

Wir sind noch etwas zu früh hier und überbrücken die Zeit mit einem Rundgang durch die „Gartenstadt Hohenhagen“, flanieren vorbei an Häuserzeilen der Architekten J.L.Mathieu Lauweriks, Cuno und Goedecke von Peter Behrens.

Der Hohenhof, 1908 vom belgischen Designer und Architekten Henry van de Velde erbaut, ist ein Gesamtkunstwerk des Jugendstils und ist ein Teil der durch Osthaus begründete Folkwang-Idee: Versuch der Reform des gesellschaftlichen Lebens durch Kunst und Gestaltung. Auch die Bauhaus-Idee sollte mit dieser Anlage 1919 aus Hagen überregionale Ausstrahlung erlangen.

 

Der Hohenhof, das Gebäude selbst, in den 1980er Jahren detailgetreu saniert wird nun zu einem Augenschmaus für uns Betrachter. Von sehr kompetenten Guides werden wir durch den Garten, das Gelände mit Mausoleum von Osthaus sowie durch die Villa mit mehreren Etagen geführt.

 

Ein Gesamtkunstwerk wurde zum Wohnsitz der Familie Osthaus: Aus einem Guss sind hier Innenarchitektur, Wanddekoration und Bodenbeläge, Möbel, Lampen und Stoffe sowie Geschirr und Besteck zu entdecken. Im Wintergarten tritt das Fliesentriptychon, gemalt von Henri Matisse. ganz imposant in Erscheinung, Verzierungen am Hauptportal, Achsensymmetrie der Hangfassade sind wertvolle Details dieses ehemaligen Wohnhauses mit noch vollständig erhaltener Inneneinrichtung der Räume. Wir können in der ehemaligen Küche Mosaiken aus den Niederlanden 16. Jhd. entdecken und sind begeistert.

Unsere nächste Etappe führt uns in die Innenstadt von Hagen, wir legen eine Lunchpause ein. Das Kunstquartier Hagen mit dem Osthaus Museum ist fußläufig zu erreichen.

 

Es präsentiert Einblicke in die klassische Moderne und internationale zeitgenössische Kunst sowie in eine sehr bedeutende Sammlung - seit der Museumsgründung 1945.

Im Gebäudekomplex selbst befindet sich auch das Emil-Schumacher-Museum mit bedeutender expressiver Malerei der Nachkriegszeit und mit großen Ölgemälden, Gouachen, Grafiken, Plastiken und Porzellan. 

Im modernen und zentralen Flemmings Express Hotel in Wuppertal checken wir am Spätnachmittag ein. Hier können wir essen und uns austauschen; die Barkeeper in diesem Familienhotel bedienen uns vorzüglich, auch mit diversen Getränken. Es wird spät!

 

WUPPERTAL

 

Der zweite Tag ist nur für Wuppertal bestimmt.

Neben der Kunstszene lässt sich auch die Schwebebahn entdecken, die direkt über die Wupper entlangführt. „Einmal im Leben über Wuppertal schweben!“

Wir haben Glück, denn es ist Samstag und die Schwebebahn startet!

 

Der Skulpturenpark „Waldfrieden“ - nicht weit von unserem Hotel entfernt, dafür nehmen wir aber einen rasanten Anstieg auf der Serpentinenstraße hin – bietet hoch oben im Bergischen mit seinen parkähnlichen Anlagen viel Bewegungsspaß und dazu eine Führung mit reichlichem Kunstgenuss.

Tony Cragg, ein britischer Künstler, der dieses Ausstellungsgelände 2006 erwarb, prägt diesen Park mit seinen Werken; weitere Objekte im Innen- und Außenraum international bedeutender Künstler werden hier präsentiert wie die großartigen Skulpturen des Bildhauers Heinz Mack.

Seine vielfältige Materialverwendung von Stein, Holz, Metall über Gips, Glas und Keramik machen die Skulpturen bei Licht zu einer Augenweide.

Im Mittelpunkt des Parks wird uns die Villa Waldfrieden gezeigt, ein luxuriös ausgestattetes Haus in perfekter organischer Bauweise, gehörte ursprünglich dem Wuppertaler Industriellen Kurt Herberts.

 

Am Nachmittag ist das „von der Heydt“-Museum unser Ziel; es besitzt eine der reichsten Sammlungen Deutschlands, gestiftet von einer Elberfelder Bankiersfamilie. Leider erst am darauffolgenden Tag werden die Werke in Gänze zur Eröffnung der großartig angekündigten Ausstellung „Brücke und Blauer Reiter“ gezeigt werden können.

 

Dafür werden wir entschädigt und in zwei unterschiedlichen Gruppen geführt durch die Gemäldesammlung NIEDERLÄNDISCHER KUNST, Malerei und Grafik mit exzellenten Bildern des Impressionismus sowie des 20. Jahrhunderts.

 

JOSEPH BEUYS: AKTIONEN – FOTOGRAFIERT VON UTE KLOPHAUS widmet sich der junge Guide und zeigt unserer zweiten Gruppe die Stationen und schwer fassbaren Aspekte, die den Weltenentwurf von Beuys mitformten. Durch die Fotografien von Ute Klophaus, die 20 Jahre Beuys mit seinen Performances begleitete werden so einige Aktionen von Joseph Beuys in Wuppertal festgehalten, so auch das 24 Stunden Happening, eines der Ereignisse der Fluxus-Bewegung.

 

Am frühen Abend fahren wir im Bus glücklich heimwärts nach Achim.

 

Text: Bärbel Klara van Weert, November 2021


Franken | Bad Kissingen und Schweinfurt

14. - 16. September 2021


Unsere Zeitreise mit vielen treuen mitfahrenden Reisegästen nach Franken vom 14. bis 16. September 2021 in die prachtvolle Kurstadt Bad Kissingen schenkt uns neuartige Blicke auf Architektur, Kultur und Vergangenheit, ebenso tauchen wir am zweiten Tag ein in die spektakuläre Kunstszene Schweinfurt!

Vorkehrungen zur Sicherheit rund um Corona beginnen schon bei der Busreise und sind im Hotel als auch in den Museen selbstverständlich.

 

BAD KISSINGEN

Das Programm startet im Sonnenschein mit einer Stadtführung in der traditionellen Kurstadt Bad Kissingen mit ihren zahlreichen Parks, dem Rosen- und Kurgarten, dem Luitpoldpark hinein in die Altstadt und wir bestaunen die historischen Bauwerke sowie den Arkadenbau mit Wandelhalle. Das architektonische Meisterwerk wie der Regent Bau wird zum krönenden Abschluss mit seiner ganzen Pracht der Einrichtung im Jugendstil, einer wunderbaren und genialen Akustik für Konzerte (auch regelmäßig mit den PhilharmonikerInnen Bremen) und einzigartigen Blicken vom Innengebäude nach außen in die aktuell noch blühende Parklandschaft.

 

Unser Aufenthalt in Bad Kissingen am dritten Tag unser Franken-Reise beschert uns eine Überraschung: Ein Konzert des Staatsbad Philharmonie Orchesters können wir am Vormittag in der Wandelhalle erleben, allerdings ist unser Genuss ein wenig dadurch getrübt, dass die Musiker mit gelben Streikwesten auf der Bühne musizieren. In Sprechpausen zwischen Märschen und Chorälen erklären sie immer wieder, wie entrüstet sie darüber sind, dass ihre beiden Musiker, die Flötistin Hazar Birkan und Kurtz de Grinó (Klarinette) plötzlich entlassen worden sind, gar eine Ausweisung der Flötistin in die Türkei im Raum steht.

 

Wir schenken unserem Bedauern darüber ebenso Ausdruck, indem wir uns an einem geplanten Demonstrationszug der Musiker zum Rathaus zur Kurdirektorin beteiligen. Und so stehen wir am letzten Tag unserer Kunstfahrt plötzlich vor dem „alten“ ehrwürdigen Rathaus von Bad Kissingen am Marktplatz und stimmen mit ein in ein Pfeifkonzert. Leider war die Kurdirektorin nicht im Hause, so dass der Appell, die Kündigungen zurückzunehmen nicht ankam. Auch solch ein Erlebnis fügt sich in unsere Kunstfahrten mit ein, Abwechslung im Programmablauf gehört dazu!

SCHWEINFURT

„Schweinfurt schwimmt in Kunst“ bietet exklusive Kuratoren-Führungen und einen Stadtbummel bei Regen in Schweinfurt an.

Das Museum Georg Schäfer (nach dem Sammler Georg Schäfer benannt, der als Unternehmer mit den Kugellagerwerken bekannt wurde) ist erst im Jahre 2000 eröffnet worden.

Heute können wir die Gemäldesammlung in Gänze betrachten, da ein beträchtlicher Teil seiner Sammlung aus der Neuen Pinakothek München wegen Sanierungsarbeiten ausgeliehen wurde und in diesem Museum Georg Schäfer in Schweinfurt zu einem Augenfest für uns Betrachter wird. Die Führungen sind grandios ebenso wie die gläserne Architektur und Stilrichtung des Museums.

 

So entdecken wir Werke von Johann Georg von Dillis über Adolph Menzel bis hin zu Max Liebermann, die wir bis dato noch niemals gesehen haben. Es handelt sich um Schlüsselwerke, auch sind solche dabei wie die von Angelika Kauffmann und Adolf Heinrich Lier, die exemplarisch einzelne Kunststile – in jeweils dazu passenden Räumen des Museums – zugeordnet werden.

 

Bei einem Bummel im Regen und in individuellen Mittagspausen auf dem Marktplatz von Schweinfurt kann das Gesehene nochmal intensiv nachwirken.

 

Die Kunsthalle Schweinfurt, ehemaliges Ernst-Sachs-Bad in der Industriestadt Schweinfurt, 2009 hier in Nordbayern eröffnet, empfängt uns am Nachmittag mit außergewöhnlichen zeitgenössischen Arbeiten von bekannten und noch unbekannten jungen Künstlerinnen.

Bestens werden wir hierzu von den beiden Guides eingeführt; leider sind nicht alle Räume zu begehen, da in dem ehemaligen Schwimmbad (heutzutage wunderbare sakral anmutende Ausstellungsräume) eine neue Ausstellung aufgebaut wird.

Die aus Holz, Stahl, Licht und wundersamen Materialien hergestellten Plastiken sind erklärungsbedürftig und spiegeln – wie so oft in der KUNST – unsere Gesellschaft und deren Nöte, individuelle Belange, Schmerzen und Hoffnungen grandios wider.

 

Mit einem Gruppenfoto vor der Kunsthalle Schweinfurt beenden wir unsere Expedition ins bislang noch unbekannt gewesene Reich der Künste.

 

Text: Bärbel Klara van Weert-Frerick


Münster | 18. August 2021


COVID-Schutzmaßnahmen werden in unseren Programmangeboten berücksichtigt und so findet die erste Kunstfahrt in 2021 am 18. August mit der Deutschen Bahn in die Museen von Münster tatsächlich statt. Hierzu gehören auch Vorkehrungen wie Masken und Führungen in kleineren Gruppen.

 

Drei Highlights in Münster stehen an diesem Tag an: Das große LWL-Museum für Kunst und Kultur bietet eine neue Ausstellung „August und Elisabeth Macke. Der Maler und die Managerin“.

 

„Im Zentrum der umfassenden Werkschau des deutschen Expressionisten steht sein „zweites Ich“, wie August Macke seine Frau bezeichnete. Elisabeth Macke wurde von ihm in über 200 Werken – Gemälden und Zeichnungen – porträtiert. Sie war für ihn nicht nur Ehefrau, Muse, Modell, Künstlerin, sondern auch Managerin. Als seine Nachlassverwalterin hatte Elisabeth Erdmann-Macke (1888-1978) wesentlichen Anteil daran, dass die farbenfrohen Werke ihres Mannes nach dessen Tod nicht in Vergessenheit gerieten und in Ausstellungen und Galerien gezeigt werden konnten. Für die aktuelle Münsteraner Schau wurde eine sehr gute Auswahl getroffen aus den ungefähr 400 Objekten Mackes des westfälischen Landesmuseums“ (vgl. Dr. Marcel Remme, für http://www.lehrerbibliothek.de/12.2021).

 

Wie immer bei unseren Besuchen schließen sich individuelle Rundgänge durch die ständigen Ausstellungen im LWL-Museum an, auch im Kabinett rund um die Zirkuswelt von August Macke (Verkleidung inbegriffen!)

Im Museum für Lackkunst erwarten uns wunderbare Exponate in historischen Räumlichkeiten. Hier genießen einige TeilnehmerInnen die besondere Führung durch die Sammlung aus Ostasien, Europa, Japan und der islamischen Welt, die durch eine Sonderausstellung vertieft wird wie z.B. die „Japanische Lackkunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, ebenso erhalten sie Erkenntnisse über die Gewinnung des Lacks aus dem Lack-Baum.

 

Alternativ wird ein Besuch mit Führung im Kunstmuseum PABLO PICASSO angeboten! Die Ausstellung „Die Galerie der Strasse – Plakatkunst. Von Picasso zu Pollock“ ist eine wundervolle Präsentation des Plakats als Mischwesen zwischen der Welt der Kunst und des Kommerzes.

 

Text: Bärbel Klara van Weert-Frerick