Erfolgreiches Kunstprojekt mit der Grundschule am Paulsberg

Von der ersten vorsichtigen Anfrage der Grundschula am Paulsberg im November 2021 über die Beantragung und Kostenplanung bis hin zur Durchführung in der vereinbarten Projektwoche im Mai 22 hat es etwas gedauert bis alles in trockenen Tüchern war.

Mit unserer beiden Dozentinnen Svenja Wetzenstein für das Konzept und die Durchführung bzw. Anleitung des Projekts sowie Gabriele Tinscher für die fotografische Begleitung fand dann in der zweiten Maiwoche das geamtschulische Kunstprojekt "Vom Urzeitpferd zum Baumgesicht" statt, gefördert durch die Bürgerstiftung Achim e.V..

Da alle Fotos für schulinterne Zwecke gemacht wurden, können wir euch leider hier keines zeigen, aber zumindest das abschließende positive Schreiben der Koordinatorin der Grundschule am Paulsberg und den Text von Svenja Wetzenstein zum letzten Projekttag im Wald.


"Alles lief so, wie in unserem Kooperationsvertrag vereinbart.

Es war toll zu sehen, wie viele Kinder sich im Laufe der Woche auf die neuen künstlerischen Aktivitäten und die Naturmaterialien eingelassen haben.

Dies wird sicher auch in den Fotos von Frau Tinscher zu sehen sein.

Aus meiner Sicht war das Projekt "Vom Urzeitpferd um Baumgesicht" ein voller Erfolg, die kreativen Vorschläge von Frau Wetzenstein haben auch uns Kolleginnen inspiriert, Neues auszuprobieren.

In der Schule war eine schöne offene Atmosphäre zu spüren, die noch durch tolle Ausflüge in den Wald und ins Museum unterstützt wurden."

Babette Wöckener, Koordinatorin Kunstprojekt Grundschule am Paulsberg


Baumgesichter

Am letzten Tag der Projektwoche „Vom Urzeitpferd zum Baumgesicht“ besuchten die Klassen 3a und 3b der Paulsbergschule den Borsteler Wald.

Gut gegen Mücken gewappnet zogen die Kinder mit einem Bollerwagen voller Ton los.

Nach einem reichhaltigen Frühstück stimmten sie sich auf eine intensive Begegnung mit der Natur

ein. Paarweise fanden sich die Kinder zusammen. Eines verschloss die Augen und ließ sich von

der/dem anderen führen. Der Sehende überlegte, welche Besonderheit der andere erfühlen könnte,

um den Wald mit dem Tast- bzw. Hörsinn wahrzunehmen. Welkes Laub, rissige Rinde, Bucheckern

und deren stachelige Samenkapseln, weiches Moos, zarter Klee... Es gab unzählige Möglichkeiten.

Sogar die Haare einer Lehrerin und eine Nacktschnecke gehörten zu den erfühlten organischen

Strukturen.

Anschließend erhielt jedes Kind ein Stück Ton, um einem Baum der Wahl ein Gesicht zu geben. Dabei kam es darauf an, den gewählten Baum genau zu beobachten. Ist er fröhlich, weil er gestern Regen trinken konnte und heute die Sonne scheint? Oder ist er schüchtern, weil er der Kleinste in der Runde ist? Oder ist er etwa sauer und ärgerlich, weil der Nebenbaum ihn immer wieder mit seinen Zweigen kitzelt?

Es entstand eine Vielzahl völlig unterschiedlicher Baumgesichter, die ein großes Spektrum an

Emotionen durch ihre Mimik zum Ausdruck bringen. In einem Museumsrundgang wurden alle

tönernen Kunstwerke bewundert, bevor sie vom nächsten Regenguss heruntergewaschen werden

und wieder mit der Erde verschmelzen.

Um die Gesichter in der Erinnerung zu bewahren hielt die Achimer Fotografin Gabriele Tinscher alle Portraits mit ihrer Kamera fest. Die Projektwoche, die großzügig durch die Achimer Bürgerstiftung gefördert wurde, ging mit diesem Erlebnis im Wald zu Ende. Es war eine große Freude zu sehen, wie die Kinder sich nach der langen Zeit der Pandemie spontan auf verschiedenste Naturmaterialien, außerschulische Lernorte und neue Techniken einließen.

 

Die Arbeitsatmosphäre dieser Woche war von großer Neugier und Offenheit, von gemeinsamem Erforschen, von bildnerischen Experimenten geprägt. Auch die erstmalige Kooperation zwischen der Grundschule am Paulsberg und dem Kunstverein Achim war eine Erfahrung, die sicherlich zu neuen gemeinsamen Projekten anregt.

Text Svenja Wetzenstein